Roborock Saros 20 Flow Complete im Test: Zum Testsieger gewischt?
Roborock Saros 20 Flow Complete im Test: Wischrolle trifft auf High-End-Ausstattung
Mit dem Saros 20 Flow Complete bringt Roborock erstmals einen echten Flaggschiff-Saugroboter mit Wischrolle auf den Markt. Nachdem das Konzept zuvor mit dem Qrevo Curv 2 Flow in der Mittelklasse eingeführt wurde, hält die Technik nun Einzug in die Saros-Oberklasse. Das neue Topmodell kombiniert die Vorteile der Saros-20-Reihe mit einer Wischrolle.
Damit packt Roborock seine aktuelle High-End-Technik erstmals mit dem neuen Walzen-Wischsystem zusammen, inklusive 36.000 Pa Saugkraft, nur 8,98 cm Bauhöhe dank einfahrbarem Laserturm und einer Station, die die Wischrolle mit bis zu 100 °C heißem Wasser reinigt. Hinzukommen eine ausgeklügelte Anti-Haaraufwicklung sowie eine Kletterfähigkeit von bis zu 8,8 cm.
Unterm Strich soll der Saros 20 Flow Complete also das Beste aus zwei Welten bieten: die starke Ausstattung der Saros-Serie und die gründliche, kontinuierliche Bodenreinigung einer Wischrolle. Genau wie gut diese Kombination in der Praxis funktioniert, schauen wir uns im Test genauer an.
Roborock Saros 20 Flow Complete kaufen:
Technische Daten und Funktionen der Saros-20-Reihe im Vergleich
| Modell | Roborock Saros 20 Flow Complete | Roborock Saros 20 Neo | Roborock Saros 20 |
| Navigation | Einfahrbarer Laser-Turm | Einfahrbarer Laser-Turm | StarSight 2.0 Laser-Navigation + ToF |
| Hindernisvermeidung | Kreuzlaser + RGB-Kamera | Kreuzlaser + RGB-Kamera | Kreuzlaser + RGB-Kamera |
| LEDs für dunkle Areale | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Saugkraft | 36.000 pa | 36.000 pa | 36.000 pa |
| Auffüllen des Wassertanks | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Absaugstation | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Reinigung der Wischfunktion | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Heißwasser-Selbstreinigung | 100°C | 100°C | 100°C |
| Trockenföhnen | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Reinigungsmitteldosierung | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Wischsystem | Wischrolle | rotierende Wischpads | rotierende Wischpads |
| ausfahrbares Wischpad | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Anhebbares Wischmodul | 15 mm | 15 mm | 15 mm |
| Wischrollen-Abdeckung | ✔️ | ❌ | ❌ |
| Ablegen des Wischmoduls | ❌ | ✔️ | ✔️ |
| Abdeckung an der Wischrolle | ✔️ | ❌ | ❌ |
| Selbstreinigende Station | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Herausnehmbarer Stationsboden | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Ausfahrbare Seitenbürste | ❌ | ✔️ | ✔️ |
| Dynamische Teppichreinigung von bis zu 3 cm | ❌ | ✔️ | ✔️ |
| Anhebbare Seitenbürste | ✔️ | ❌ | ❌ |
| Kletterfähigkeit | bis zu 8,8 cm (4,5 + 4,3 cm) | bis zu 8,8 cm (4,5 + 4,3 cm) | bis zu 8,8 cm (4,5 + 4,3 cm) |
| Rocky Sprachassistent | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Bürstensystem | DuoDivide ZeroTangle | DuoDivide ZeroTangle | DuoDivide ZeroTangle |
| Anti-Haareinwicklung | ✔️ | ✔️ | ✔️ |
| Bauhöhr | 8,98 cm | 7,98 cm | 7,98 cm |
| CE-Kennzeichen | Ja | Ja | Ja |
Lieferumfang inklusive großzügigem Zubehör-Set
Beim Lieferumfang zeigt sich Roborock hier überraschend großzügig. Neben dem üblichen Zubehör liegen jeweils zwei Ersatz-Seitenbürsten pro Seite bei. Außerdem bekommt man eine zusätzliche Wischrolle, drei Ersatz-HEPA-Filter sowie eine Flasche Reinigungsmittel mitgeliefert. Gerade dieser Umfang ist für Roborock eher ungewöhnlich, da Ersatz- und Verbrauchsteile sonst häufig separat gekauft werden müssen.
Umso erfreulicher ist es, dass hier bereits ab Werk einiges an Zubehör für die ersten Wechsel und die laufende Pflege enthalten ist. Neben diesem sind ein Quick-Start-Guide und eine ausführliche Bedienungsanleitung enthalten. Wer wie wir beim Auspacken glaubt, dass das schon alles war, darf sich beim Blick in den Frischwassertank über eine weitere Überraschung freuen.
Wischfunktion im Test: SpiraFlow 2.0 Wischrolle auf dem Prüfstand
Funktionsweise des SpiraFlow 2.0‑Wischsystems
Mit SpiraFlow 2.0 überarbeitet Roborock das Walzen-Wischsystem deutlich. Statt die 27 cm breite Wischrolle einfach nur anzufeuchten, wird sie jetzt über 16 unter Druck stehende Wasserauslässe gleichmäßig mit Frischwasser versorgt. Damit hat SpiraFlow 2.0 doppelt so viele Wasserauslässe wie die erste Generation. Die Rolle selbst dreht sich mit 240 Umdrehungen pro Minute rund 9 % schneller als zuvor.
Der Ablauf ist dabei recht durchdacht: Zuerst wird die Wischrolle kontinuierlich mit sauberem Wasser versorgt. Anschließend entfernt ein integrierter Abstreifer überschüssige Feuchtigkeit und nimmt gleichzeitig Schmutz von der Rolle ab. Das Schmutzwasser wird separat aufgefangen und direkt in den Schmutztank des Roboters geleitet, während die Rolle direkt wieder mit Frischwasser benetzt wird. Dadurch wischt der Saros 20 Flow nicht dauerhaft mit einer zunehmend schmutzigen Wischfläche über den Boden, sondern arbeitet mit einer kontinuierlich gereinigten Walze.
Zusätzlich übt die Rolle laut Roborock einen 2,5-fach höheren Anpressdruck auf den Boden aus. Zusammen mit der höheren Drehzahl soll sie dadurch auch angetrocknete Flecken, klebrige Verschmutzungen oder Fußabdrücke besser lösen. Ein weiterer Vorteil der gleichmäßigeren Wasserverteilung: Roborock verspricht 30 % weniger Wasserflecken nach der Reinigung.
Unterm Strich liegt der größte Vorteil von SpiraFlow 2.0 also in der Kombination aus kontinuierlicher Frischwasserzufuhr, permanenter Selbstreinigung der Rolle, höherer Drehzahl und stärkerem Anpressdruck. Genau dadurch soll der Saros 20 Flow Complete beim Wischen gründlicher arbeiten und vor allem verhindern, dass bereits aufgenommener Schmutz einfach weiter über den Boden verteilt wird. Wie gut die Wischleistung in der Praxis ist, wollen wir nun herausfinden.
Neu beim Saros 20 Flow Complete ist außerdem die Smart Water Control. Dabei nutzt der Roboter seine RGB-Kamera, um unterschiedliche Bodenarten zu identifizieren und die Wassermenge beim Wischen automatisch daran anzupassen. Gerade auf empfindlicheren Holzböden soll so nur so viel Wasser verwendet werden wie nötig, um Schlieren und unnötige Feuchtigkeit zu reduzieren.
Die Funktion muss in der Roborock-App zunächst aktiviert werden. Wird ein Holzboden nicht automatisch erkannt, lässt sich der entsprechende Bereich in der Karte auch manuell als Holzboden markieren. Anschließend passt der Saugroboter den Wasserfluss für diesen Bereich selbstständig an. Das ist vor allem dann praktisch, wenn in einem Haushalt verschiedene Hartbodenarten miteinander kombiniert sind.
Wischtest mit eingetrocknetem Kaffee und Ketchup
Nachdem wir nun wissen, wie das Wischsystem in der Theorie arbeitet, geht es an den Praxistest. Dafür nutzen wir wie gewohnt Kaffee und Ketchup als Testverschmutzungen. Beide Flecken lassen wir rund zwei Minuten mit einem Föhn bei hoher Temperatur antrocknen, um möglichst hartnäckige, eingetrocknete Verschmutzungen zu simulieren. Anschließend muss Saugroboter zeigen, wie gut SpiraFlow 2.0 solche Flecken tatsächlich löst und ob die Wischrolle auch bei stärker angetrocknetem Schmutz sauber arbeitet.
Das Ergebnis bestätigt die bereits in der Theorie stark wirkende Reinigungsleistung. Für die Kaffeeflecken benötigt das Flaggschiffmodell nur rund eine Überfahrt, um sie vollständig zu entfernen. Selbst der sonst deutlich hartnäckigere Ketchup ist nach dem ersten Durchgang bereits zu rund 95 % beseitigt und verschwindet mit einer zweiten Überfahrt restlos. Damit unterstreicht der Saros 20 Flow Complete seinen Premium-Anspruch sehr deutlich. Bei der Wischleistung gehört er zu den stärksten Lösungen am Markt und setzt sich gleichzeitig an die Spitze der Saros-20-Reihe.
Roller Shield bietet doppelten Schutz: Anhebbare Wischrolle inklusive Abdeckung
Beim Saros 20 Flow Complete hat Roborock auch den Umgang mit Teppichen clever gelöst. Erkennt der Roboter einen Teppich, hebt er die Wischrolle automatisch um bis zu 15 mm an. Damit entsteht deutlich mehr Abstand zum Boden als bei vielen klassischen Wischsystemen.
Zusätzlich wird die feuchte Rolle von einer automatischen Abdeckung abgeschirmt. So soll verhindert werden, dass Wasser oder Schmutz von der Wischrolle auf den Teppich gelangen. Für Kurz- und Mittelflor-Teppiche ist das eine sehr praktische Lösung und vor allem auch effiziente Methode, da die Wischpads nicht erst abgelegt werden müssen in der Station.Bei sehr hohen oder langflorigen Teppichen bleibt es dagegen die bessere Lösung, diese in der App als zu meidenden Bereich festzulegen.
Endlich! Roborock macht die Wartung der Wischeinheit deutlich komfortabler
In unseren bisherigen Tests von Saugrobotern mit Wischrolle haben wir den oft hohen Wartungsaufwand immer wieder kritisiert. Besonders das Fach, in dem die Walze sitzt, erwies sich bei vielen Modellen als echte Problemzone. Teilweise waren 15 bis 20 Minuten nötig, um diesen Bereich gründlich von Schmutz und Rückständen zu befreien. Genau das war für mich bislang auch ein Grund, privat noch keinen Saugroboter mit Wischrolle dauerhaft einzusetzen.
Beim Saros 20 Flow Complete sieht das erfreulich anders aus. Nach unserem Wischtest nahmen wir die Walze heraus und fanden im darunterliegenden Bereich kaum Rückstände, lediglich leichte Verschmutzungen. Das ist bemerkenswert, denn bei fast allen bisher getesteten Modellen mussten wir diesen Bereich deutlich intensiver reinigen und auch im Alltag regelmäßig Zeit dafür einplanen. Hier benötigten wir nur 1 bis 2 Minuten sowie ein Tuch, um das Fach zu reinigen.
Dadurch fällt der manuelle Wartungsaufwand spürbar geringer aus. Genau das macht das Modell im Alltag deutlich angenehmer und aus unserer Sicht auch wesentlich alltagstauglicher als viele andere Modelle mit Wischrolle.
AdaptiLift-Traverse 3.0: Hohe Türschwellen waren mal ein Problem
Erklimmt Schwellen von bis zu 8,8 cm
Wie die restliche Saros-20-Reihe nutzt auch der Saros 20 Flow Complete die neue AdaptiLift-Technik der dritten Generation. Dabei können die beiden Haupträder und das Omni-Rad unabhängig voneinander angehoben werden, um höhere Schwellen und Hindernisse zu überwinden. Einstufige Schwellen bis 4,5 cm sollen möglich sein, bei zweistufigen Übergängen sind es insgesamt bis zu 8,8 cm, also 4,5 + 4,3 cm.
Wir haben bei uns im Haus ein Türgitter am Aufgang zur oberen Etage angebracht, damit unser jüngstes Kind nicht unbeaufsichtigt die Treppe hochgeht. Genau dort zeigt sich im Alltag aber ein typisches Problem vieler Saugroboter: Der Flur zwischen Türgitter und Treppe bleibt häufig ungereinigt, weil die Schwelle für viele Modelle schlicht zu hoch ist. Entsprechend spannend war für uns, wie sich der Flow mit seiner neuen AdaptiLift-Technik schlägt. Die Schwelle an unserem Türgitter ist rund 4 cm hoch.
Und wir mussten nicht lange warten, um die Kletterfähigkeit in der Praxis zu testen. Bereits bei der ersten Kartierung erkannte der Flow die rund 4 cm hohe Schwelle selbstständig. Daraufhin aktivierte er den Klettermodus, fuhr die zusätzlichen Kletterräder aus und überquerte die Schwelle ohne Probleme. Anschließend kartierte er auch den kleinen Bereich zwischen Türgitter und Treppe vollständig.
Auch im Alltag funktionierte die Überquerung zuverlässig. Für die tägliche Reinigung fuhr der Flow die Schwelle immer wieder problemlos hoch und wieder herunter. Damit arbeitet die neue AdaptiLift-Technik hier genauso zuverlässig, wie wir es bereits vom Saros 20 und Saros 20 Neo kennen. Damit eignet sich der neue Roboter ebenso gut für Haushalte mit höheren Türschwellen, wie sie beispielsweise in Altbauten häufiger vorkommen.
Saugtest, Ecken- und Kantenreinigung
36.000 Pa HyperForce Saugmotor: Wieder nah an der Perfektion?
Neben der Kletterfähigkeit ist bei allen Modellen der Saros-20-Reihe auch die Saugleistung identisch. Alle drei setzen auf den 36.000 Pa starken HyperForce-Motor, der bereits beim Saros 20 und beim ebenfalls gerade erschienenen Saros 20 Neo nahezu perfekte Ergebnisse geliefert hat. Der Saros 20 erreichte in unserem Test eine Schmutzaufnahme von 99,78 %, der Saros 20 Neo kam auf 99,52 %. Entsprechend gespannt waren wir, ob der Saros 20 Flow Complete an diese starken Werte seiner Geschwister anknüpfen kann.
Um das zu überprüfen, testen wir die Saugleistung unter möglichst realistischen und reproduzierbaren Bedingungen. Dafür verteilen wir eine standardisierte Mischung aus 50 Gramm Wildreis und Haferflocken auf einem stets identischen Teppichboden. So bleiben die Testbedingungen konstant und die Ergebnisse lassen sich direkt mit denen der anderen Saros-20-Modelle sowie über 150 weiteren von uns getesteten Saugrobotern vergleichen.
Im Saugtest liefert der Saros 20 Flow Complete ein starkes Ergebnis: Von den verteilten 50 Gramm Schmutz nimmt er 49,88 Gramm wieder auf. Das entspricht einer Schmutzaufnahme von 99,76 %. Damit liegen alle drei Modelle der Saros-20-Reihe auf nahezu identischem Top-Niveau: Der Saros 20 Neo erreicht 99,52 %, der Saros 20 Flow Complete 99,76 % und der Saros 20 99,78 %. Unterm Strich sind das nahezu perfekte Werte, die die sehr starke Saugleistung der gesamten Saros-Reihe noch einmal deutlich unterstreichen.
Reversible Side Brush: Ausfahrbar und mit Richtungswechsel für eine gründliche Eckenreinigung
Beim neuen Topmodell setzt Roborock, wie schon beim Qrevo Curv 2 Flow, auf zwei Seitenbürsten statt nur einer. Erkennt der Roboter eine Innenecke, kehrt die Seitenbürste automatisch ihre Drehrichtung um. Dadurch soll Schmutz nicht einfach aus der Ecke herausgeschleudert, sondern gezielter in Richtung Hauptbürste befördert werden. Sobald der Saros 20 Flow Complete den Bereich verlassen hat, wechselt die Bürste wieder in ihre normale Drehrichtung. Wie gut die neue Lösung in der Praxis funktioniert, testen wir natürlich ebenfalls und verteilen dafür gezielt mehrere Haferflocken direkt in einer Ecke.
Kantenreinigung mit bis zu 4,4 cm ausfahrbarer Wischrolle
Auch bei der Kantenreinigung hat Roborock nachgebessert. Die Wischrolle lässt sich seitlich um bis zu 44 mm ausfahren und soll dadurch deutlich näher an Wänden, Sockelleisten und Möbelbeinen entlangwischen. Laut Hersteller bleibt dabei ein Abstand von unter 10 mm zur Kante. Dieser ist bislang baubedingt bei allen Modellen mit Wischrolle, da diese baubedingt eine seitliche Abdeckung haben, wodurch die Rolle nicht komplett an die Kante herankommt.
Dies ist nach wie vor noch bei allen Modellen mit Wischrolle ein Nachteil gegenüber Saugrobotern mit rotierenden Wischpads. Insgesamt gehört die Kantenreinigung aber zu den besten, die wir mit Wischrolle testen konnten.
Doppelte Anti-Haaraufwicklung: Menschen mit langen Haaren und Haustierbesitzer aufgepasst!
Durch die unterschiedliche Bewegung beziehungsweise Geschwindigkeit der beiden Bürsten werden gebündelte Haare dort zusätzlich auseinandergezogen und von den Bürsten gelöst. Direkt an dieser Stelle sitzt die schmale Ansaugöffnung, über die die Haare anschließend in den Staubbehälter gesaugt werden.
Auch die beiden Seitenbürsten sind Teil des Anti-Tangle-Systems. Durch ihre asymmetrisch gebogene Form und die Rotation sollen Haare möglichst nach außen beziehungsweise in Richtung Hauptbürste weitergeleitet werden, statt sich um die Achsen der Seitenbürsten zu wickeln. Roborock spricht hier von 0 % Haarverwicklung und einer 100-prozentigen Haaraufnahme an der DuoDivide-Hauptbürste unter eigenen Testbedingungen.
Wie gut schlägt sich die Anti-Haareinwicklung im Härtetest?
Um die Anti-Haaraufwicklungsbürste zu testen, haben wir wellige Haarsträhnen mit einer Länge von bis zu 30 cm sowie Haarbüschel auf dem Boden verteilt. So lässt sich realistisch beurteilen, wie effektiv das System mit langen Haaren umgeht und ob es zu Verwicklungen an Haupt- oder Seitenbürste kommt.
Wir haben hier mit keinem anderen Ergebnis als bei der restlichen Saros-Reihe gerechnet und wurden auch nicht enttäuscht. Sämtliche verteilten Haare wurden zuverlässig aufgenommen und vollständig eingesaugt, was auch ein Blick in den Staubbehälter bestätigt. Bei der anschließenden Kontrolle der Unterseite zeigte sich zudem weder an der DuoDivide-Hauptbürste noch an den Seitenbürsten eine sichtbare Haaraufwicklung.
Damit eignet sich der Saros 20 Flow Complete genau wie seine Geschwister sehr gut für Haushalte mit Haustieren oder Personen mit langen Haaren und zählt in diesem Punkt weiterhin zu den stärkeren Lösungen am Markt.
Multifunktionale Reinigungsstation: Großer Funktionsumfang, aber auch große Leistung?
Unveränderte Selbstreinigung mit 100°C heißem Wasser und Optik des Saros 20
Das Design der Multifunktionsstation orientiert sich klar am Saros 20 und unterscheidet sich damit deutlich von der Station des Saros 20 Neo. Auch bei den Abmessungen liegen beide Modelle nah beieinander: Die Station des Saros 20 Flow Complete misst 38,1 × 45,4 × 45,1 cm, während es beim Saros 20 38,1 × 47,5 × 48,8 cm sind. Damit fällt die Station des Flow trotz ähnlicher Optik etwas kompakter und weniger tief aus. Gerade bei der Aufstellung an einer Wand oder unter Möbeln kann das im Alltag durchaus ein kleiner Vorteil sein. Neu ist die 150 Minuten Schnelllade-Funktion, wodurch der Akku in kurzer Zeit wieder vollständig geladen ist.
Neu ist auch das überarbeitete Reinigungssystem der RockDock. Statt die Wischrolle einfach in einer mit Schmutzwasser gefüllten Reinigungswanne auszuwaschen, wird sie während des Waschvorgangs kontinuierlich mit frischem, bis zu 100 °C heißem Wasser versorgt. Insgesamt sprühen dabei 16 Düsen direkt auf die rotierende Walze.
Während sich die Rolle dreht, wird das gelöste Schmutzwasser direkt wieder abgestreift und in den separaten Schmutzwassertank des Roboters geleitet. Anschließend wird es von dort in den Tank der Station gepumpt. Dadurch bleibt die Wischrolle nicht im verschmutzten Wasser liegen, sondern wird permanent mit sauberem Wasser gespült. Der große Vorteil dabei: Frisch- und Schmutzwasser werden deutlich sauberer voneinander getrennt. Gleichzeitig bleibt auch die Reinigungswanne der Station sauberer, weil sich dort weniger Schmutzwasser sammelt.
Der Vorher-Nachher-Vergleich fällt sehr deutlich aus: Nach der Reinigung zeigt die Rolle nur noch minimale rötliche Verfärbungen und wirkt insgesamt ausgesprochen sauber. Besonders positiv ist, dass auch rund um die Aufhängung der Wischrolle keine Rückstände zurückbleiben. Genau dort sehen wir bei vielen anderen Modellen mit Walzen-Wischsystem deutlich häufiger Verschmutzungen. Insgesamt gehört die Selbstreinigung damit zu den gründlicheren Lösungen, die wir bei einem Saugroboter mit Wischrolle bislang gesehen haben.
Automatische Reinigungsmitteldosierung mit an Bord
Wie die übrigen Modelle der Saros-20-Reihe bringt auch der Saros 20 Flow Complete eine automatische Reinigungsmitteldosierung mit. Die Station gibt das Reinigungsmittel selbstständig in der passenden Menge zum Wischwasser, sodass man sich das manuelle Abmessen komplett sparen kann.
Praktisch ist außerdem, dass sich die Dosierung in der App anpassen lässt. Zur Auswahl stehen ohne Reinigungsmittel, eine Standardmischung sowie eine stärkere Dosierung für besonders verschmutzte Wohnungen oder Häuser. So kann man die Reinigung je nach Bedarf etwas sparsamer oder intensiver einstellen.
63 °C Heißluft-Trocknung gegen Schimmel- und Geruchsbildung
Auffällig ist, dass die Trocknungstemperatur damit rund 8 °C höher ausfällt als bei den übrigen Modellen der Saros-20-Reihe. Der Grund liegt vermutlich im Walzensystem selbst, denn eine Wischrolle speichert naturgemäß mehr Feuchtigkeit und benötigt entsprechend mehr Zeit und Wärme zum vollständigen Trocknen. In unserem Test war die Rolle nach rund vier Stunden komplett trocken.
Automatisierte Staubentleerung in 2,5 Liter Staubbeutel mit anpassbaren Intervallen
Die automatische Absaugung lässt sich in der App recht flexibel konfigurieren. Neben den Stufen Leicht, Mittel und Stark gibt es einen Smart-Modus, der die Absaugleistung und -dauer automatisch anpasst. Außerdem kann festgelegt werden, zu welchem Zeitpunkt die Entleerung stattfinden soll – beispielsweise nach jeder Reinigung, mehrfach während längerer Reinigungsvorgänge oder auf Wunsch überhaupt nicht.
Stationsboden für einen Saugroboter mit Wischrolle außergewöhnlich pflegeleicht
Positiv aufgefallen ist uns auch der Stationsboden. Ein typischer Nachteil vieler Modelle mit Wischrolle ist, dass sich die Reinigungswanne nicht so effektiv selbst mitreinigen lässt wie bei Topmodellen mit rotierenden Wischpads, etwa dem Saros 20 oder Saros 20 Neo.
Beim Flow Complete hat Roborock dieses Problem zumindest deutlich entschärft. Während der Selbstreinigung wird das Schmutzwasser direkt von der rotierenden Walze abgestreift, im Roboter gesammelt und anschließend in den Schmutzwassertank der Station gepumpt. Dadurch bleibt deutlich weniger verschmutztes Wasser im Stationsboden zurück. Das Ergebnis zeigt sich auch in der Praxis: Die Reinigungswanne bleibt spürbar sauberer und es sammeln sich deutlich weniger Rückstände an als bei vielen anderen Modellen mit Wischrolle. Und die Rückstände, die vorhanden sind, können einfach mit einem Tuch entfernt werden.
App‑Steuerung: hoher Funktionsumfang, einfache Bedienung
Genau wie bei der restlichen Saros-20-Familie fällt auch beim Saros 20 Flow Complete der Funktionsumfang der Roborock-App ausgesprochen umfangreich aus. Trotzdem schafft es Roborock, die zahlreichen Einstellungen übersichtlich zu strukturieren, sodass sich auch Neueinsteiger schnell zurechtfinden. Räume lassen sich einzeln auswählen, zusammenfassen oder mit individuellen Reinigungsparametern versehen, zusätzlich können Zonen, Sperrbereiche, Reinigungsreihenfolgen und Zeitpläne festgelegt werden. Auch mehrere Etagen werden unterstützt.
Darüber hinaus bietet die App zahlreiche Komfortfunktionen. Dazu zählen etwa Haustiererkennung, die Suche nach Haustieren über die Karte, automatische Tierfotos sowie Videoanruf und Fernsteuerung über die Kamera. Auch speziell markierte Vorhänge kann der Roboter gezielt durchfahren, um dahinter zu reinigen. Alexa, Siri und Google Home werden ebenfalls unterstützt, zusätzlich ist Matter-Kompatibilität vorgesehen.
SmartPlan 3.0 Reinigungsmodus: Mehr Autonomie im Alltag
Auch Ruhezeiten können berücksichtigt werden, sodass der Roboter zu bestimmten Zeiten leiser arbeitet. Der große Vorteil liegt für uns in der hohen Autonomie. Man muss sich nicht erst durch zahlreiche Menüs arbeiten oder für jeden Raum eigene Profile anlegen, um ein gutes Reinigungsergebnis zu bekommen. Gerade für Einsteiger ist das ideal: Roboter starten, SmartPlan aktivieren und den Großteil der Entscheidungen übernimmt das System selbst.
Gleichzeitig bleibt die App flexibel genug für erfahrene Nutzer. Wer möchte, kann weiterhin nahezu alles selbst festlegen: etwa Saugleistung, Wassermenge, Teppichverhalten, Reinigungsreihenfolge, Raumprofile oder Zeitpläne.
Fazit zum Roborock Saros 20 Flow Complete: Fast perfekt!
Der Roborock Saros 20 Flow Complete hinterlässt im Test einen sehr starken Gesamteindruck. Er kombiniert viele der Flaggschiff-Features des Saros 20 mit einer Wischrolle und liefert damit ein äußerst rundes Gesamtpaket. Bei der Saugleistung erreicht er mit 99,76 % Schmutzaufnahme ein nahezu perfektes Ergebnis und liegt damit praktisch gleichauf mit dem Saros 20 und Saros 20 Neo. Noch stärker fällt die Wischleistung aus: Kaffee verschwindet bereits nach einer Überfahrt, selbst hartnäckiger Ketchup ist nach zwei Durchgängen vollständig entfernt.
Besonders positiv fällt auf, dass Roborock viele der typischen Schwächen von Wischrollen-Systemen deutlich reduziert hat. Sowohl der Bereich unter der Walze als auch der Stationsboden bleiben überraschend sauber, wodurch der manuelle Wartungsaufwand spürbar geringer ausfällt als bei vielen Konkurrenzmodellen mit Wischrolle. Auch die von uns bei solchen Modellen häufig kritisierte Bauhöhe wurde dank des einfahrbaren Laserturms auf unter 9 cm reduziert. Dazu kommen die bekannte AdaptiLift-Klettertechnik und eines der besten Anti-Haaraufwicklungssysteme am Markt.
Ganz ohne Kritik bleibt das Modell allerdings nicht. Vor allem bei der Eckenreinigung zeigt sich eine Schwäche, weil die rechte Seitenbürste nicht ausfahrbar ist. Hier schneiden Saros 20 und Saros 20 Neo besser ab. Auch bei der Kantenreinigung mit der Wischrolle bleibt konstruktionsbedingt ein kleiner Abstand zur Wand, was jedoch ein grundsätzliches Thema vieler Modelle mit Walzensystem ist.
Unterm Strich ist der Saros 20 Flow Complete für uns derzeit der beste Saugroboter mit Wischrolle am Markt. Er verbindet sehr starke Saug- und Wischleistung mit hoher Autonomie, zuverlässiger Navigation, geringer Bauhöhe und vergleichsweise wenig Wartungsaufwand. Wer gezielt einen Premium-Saugroboter mit Wischrolle sucht, bekommt hier derzeit eines der überzeugendsten Gesamtpakete überhaupt.
Auf der Suche nach einer Alternative? Dann schaut euch gerne mal unseren Saugroboter-Tracker an. Dort könnt ihr die von uns getesteten Saugroboter miteinander vergleichen und für euch das richtige Modell finden.
Diskutiert und tauscht euch gerne auch in unserer Saugroboter-Community auf Facebook aus.
Wer hier schreibt
Hallo zusammen! Mein Name ist Joell und ich bin seit 2019 mit an Bord. Seit langer Zeit fasziniert mich die Welt der Technik und ihre präzise Funktionsweise. Egal, ob es sich um intelligente Saugroboter handelt, die bei der Reinigung des Wohnraums unterstützen, oder um TV- und Audio-Produkte, die Bilder und Klänge intensiver erlebbar machen. Als Autor für Testsieger TV berichte ich über aktuelle Neuigkeiten und teste gleichzeitig verschiedene Haushaltselektronikprodukte.
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Sehr informativer Test – der Sauger scheint mir genau das Richtige für uns zu sein. Ich bin gespannt, ob es in den ersten Monaten zu Problemen kommen wird, oder ob Roborock die Qualität von Anfang an im Griff hat.