Dyson Omni-Glide+ im Test: Der Akkusauger, den alle kopieren werden

Akkusauger, Dyson | 1 Kommentar

Außer der goldenen Farbgebung des Hauptelements sowie einer LED-Fugendüse im Lieferumfang unterscheiden sich die Modelle Omni-Glide+ und Omni-Glide (ohne „+“) nicht. Wer sich nichts aus der goldenen Farbe macht und die LED-Fugendüse nicht braucht, kann entsprechend zum Omni-Glide (ohne „+“) greifen.

Dyson Omni-Glide: Anders als alle anderen

Der britische Hersteller Dyson ist der absolute Platzhirsch und technologischer Vorreiter im Bereich der Akkusauger. Letzteres zeigt man mit dem Dyson Omni-Glide erneut eindrucksvoll, indem man einige – bislang weltweit einzigartige – neue Features implementiert, die sich einige Hersteller abschauen werden.

Unser Testbericht zu einem einzigartigen Akkusauger, der aber mit ein paar unübersehbaren Schwachstellen daherkommt. Wie immer haben wir das Testmodell aus eigener Tasche bezahlt und nicht von den Herstellern zur Verfügung gestellt bekommen, um unabhängige Testresultate zu gewährleisten.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Vergleich Dyson V15 Detect Complete Maße

Kaum vergleichbar mit anderen Akkusaugern: Links der Dyson Omni-Glide, rechts der V15 Detect.

Produktdaten: Vergleich zum Dyson V11 Outsize

Modell
Dyson Omni-GlideDyson V11 Outsize
Preis429€699€
Saugkraft50 AW220AW
AppNeinNein
Arbeitszeit auf niedrigster Saugstufe20 Min.60 Min.
Staubkammer200 ml1200 ml
Maximale Lautstärke65 dB79 dB
Akkukapazität2500 mAh3600 mAh
Akku austauschbarJaJa
Ladezeit3,5 h4,5 h
DisplayNeinLCD
WischfunktionNeinNein
LED-Leuchten an BodendüseNeinNein
Gewicht 1,9 kg2,4 kg
Maße107,7 x 20,8 cm127,0 x 32,0 cm
CE-KennzeichenJaJa

Wir haben den Omni-Glide hier zwar in Relation zu seinem deutlich größeren Bruder V11 Outzsize gesetzt, der Vergleich hinkt aber komplett, da sich die Akkusauger in jeder Hinsicht unterschiedlich sind. Der Vergleich dient in diesem Fall nur dazu, dass ihr die Werte etwas genauer einschätzen könnt.

Lieferumfang des Dyson Omni-Glide+

  • Hauptelement mit 0,2 l kleiner Staubkammer (sehr klein), abnehmbarem Filter und wechselbarem Akku
  • Saugrohr
  • elektrische 360°-Bodendüse mit zwei Soft-Walzen
  • LED-Fugendüse
  • elektrischer Milbenaufsatz
  • Wandhalterung mit EU-Ladekabel
  • Kombidüse
  • ausfahrbare Kombibürste
  • Bedienungsanleitung in versch. Sprachen, auch Deutsch
Dyson Omni-Glide Akkusauger Lieferumfang

Der Lieferumfang des Dyson Omni-Glide+

Durch die mitgelieferte Wandhalterung kann man den Staubsauger in ebendiese einsetzen und mittels integrierter Ladefunktion den Akku aufladen. Neben den „klassischen“ Staubsaugeraufsätzen findet sich eine LED-Fugendüse, mit der man in dunklen, engen Ecken besser arbeiten kann. Dazu gleich mehr.

Design und Verarbeitung: Spezialgebiet des britischen Sauger-Riesen

Beim Omni-Glide hat Dyson einige Dinge komplett neu gemacht im Vergleich zu bisherigen Akkusaugern. Griff mit Akku, Filter, Motor, Staubkammer samt Zyklonen, Saugrohr und Bodendüse bilden eine „Linie“ von oben nach unten. Wenn man so möchte, besteht der Sauger aus vielen aneinandergesetzten Einzelelementen, ist aber nur bedingt modular.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Performance

James Dyson, Gründer und CEO von Dyson, ist nicht umsonst studierter Designer.

Etwas gewöhnungsbedürftig, aber nach einer Eingewöhnungszeit praktikabel, ist die Bedienung oben am Griff. Man fasst den nur 1,07 m hohen Akkusauger oben am Griff mitsamt Akku an und hat nicht den klassischen „Pistolengriff“, sondern einfach einen abgerundeten Stab in der Hand, ganz ohne Ecken und Kanten. Für großgewachsene Menschen oberhalb der 1,90 m ist der Akkusauger durch die geringe Höhe nicht geeignet.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Handhabung

Der Griff mit eingesetztem Akku

Dyson Omni-Glide Akkusauger Bedienelemente Buttons

Zwei Bedienelemente statt „Pistolengriff“

Dyson Omni-Glide Akkusauger Vergleich Dyson V15 Detect Complete Hauptelemente

Oben Hauptelement des Omni-Glide, unten Dyson V15 Detect

Dyson Omni-Glide Akkusauger Design Hauptelement

Optisch ein klassisches Dyson-Gerät 

Der Power-Button muss nur einmal gedrückt werden, um den Saugvorgang zu aktivieren. Bei allen älteren Dyson-Modellen musste man den Auslöser, bzw. Power-Button, durchgehend gedrückt halten, um zu saugen, das ist hier (zum Glück!) nicht mehr notwendig. Die Einzelteile werden per Klickverschluss zusammengesteckt.

In puncto Design und Verarbeitung ein fast perfekt modellierter Akkusauger – wenn man sich an den Griff gewöhnt hat. Wäre da nicht diese Mini-Staubkammer …

Kleiner Staubsauger, kleine Staubkammer

200 ml potenzielle Füllmenge sind selbst bei einem nur 1,9 kg leichten Akkusauger wenig. Ein weiteres Indiz dafür, dass der Omni-Glide in erster Linie dafür gedacht ist, schnell zwischendurch saugen zu können, nicht aber als Hauptstaubsauger in großen Räumlichkeiten geeignet ist.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Vergleich Dyson V15 Detect Complete Staubkammer

Die Staubkammer ist mit 200 ml Füllmenge knapp bemessen. Oben zum Vergleich die des V15 Detect.

Das Ausleeren der Staubkammer funktioniert, wie von anderen Dyson-Modellen gewohnt, durch das Herunterziehen der Kammer. Das Öffnen der Kammer funktioniert mit einem schnellen Ruck, wodurch dann doch etwas Staub durch die Luft fliegt und die Kammer somit nicht lupenrein allergikerfreundlich leerbar ist.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Staubkammer leeren

Nicht hundertprozentig allergikerfreundlich

Dyson Omni-Glide Akkusauger Staubkammer leeren Zusammensetzung

Zusammensetzung der Kammer

Ist man kein Stauballergiker, kann man bis hierhin mit dem Modell sehr gut leben. Außer der Staubkammergröße noch nichts Negatives zu vermerken bis hierhin. Kommen wir zum Hauptaugenmerk des Dyson Omni-Glide, der namensgebenden Bodendüse mit zwei rotierfähigen Softwalzen.

Handhabung: Wendiger geht es (bislang) nicht

Überall entlanggleiten mit dem Omni-Glide – der Name ist Programm. An der elektrischen Bodendüse, die auch ein wenig Eigenantrieb mitbringt, sind zwei rotierfähige Softwalzen angebracht. Dazu gesellen sich vier kleine, um 360° schwenkbare Räder. Somit es möglich, seitlich an Kanten entlang und in Ecken zu saugen, entsprechend auch seitwärts wie rückwärts.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Bodenduese Design

Die Duo-Bodenwalze an der Bodendüse arbeitet in zwei Richtungen.

Dyson wäre nicht Dyson, wenn das schon alles wäre. Die um die Softwalzen V-förmig verlaufenden Bürsten an der Unterseite sind mit Karbonfasern versehen. Dadurch, dass dieses Material die elektrostatische Ladung von Staub aufhebt, wird dieser besser vom Boden abgesondert. Können wir ohne Labor nicht überprüfen, verrückt und genial ist es aber allemal.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Duo-Bodenwalze Unterseite Bodenduese

Karbonfasern heben elektrostatische Ladungen von Staub auf.

Man kann es nicht anders sagen: Die Arbeit mit dem Dyson Omni-Glide macht wirklich Spaß. Das 1 kg leichte Hauptelement in Kombination mit der um 360° wendbaren Bodendüse macht die Handhabung äußerst angenehm. Beide Softwalzen rotieren in Richtung der Einzugshaube, drehen sich aber in zwei unterschiedliche Richtungen. Die Bodendüse ist zudem sehr flach gebaut, sodass man damit auch unter Heizungen und Schränke kommt, die mit anderen Modellen nicht machbar wären.

Dyson Omni-Glide Akkusauger auf Hartboden Balkon Fliesen

Etwas zweckentfremdet, klappt aber auch auf dem Balkon ganz gut.

Dyson Omni-Glide Akkusauger

Auf Hartböden gut geeignet

Dyson Omni-Glide Akkusauger auf Untergrund Performance Hartboden

Der Omni-Glide ist sehr flexibel einsetzbar.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Arbeit in Ecken

Seitlich in Ecken kommen – eine Seltenheit.

Was aber klar sein muss: Die beiden Softwalzen, und somit das gesamte Gerät, sind nicht für Teppiche geeignet. Auf Hartboden schlittert man aber vor- und seitwärts durch die vier Wände, als würde man gerade keine nervige Hausarbeit erledigen.

Dyson Omni-Glide Akkusauger auf Teppich

Für Teppiche ist der Omni-Glide komplett ungeeignet.

Ein klassischer Grab-n-Go-Sauger

Auch wenn die bis hier geschilderten Eindrücke und die Farbgebung unterhalb des Griffs etwas anderes suggerieren: Es ist nicht alles Gold, was glänzt beim Omni-Glide+. Mit einer Arbeitszeit von maximal nur 25 Min. geht nicht nur dem Sauger schnell die Puste aus. Dem gegenüber steht eine Ladezeit von 3,5 h – das ist in dieser Kombination nicht wirklich ansprechend.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Performance auf Hartboden

Nach nur 25 Min. macht der Akku schlapp.

Die Arbeitszeit offenbart uns das, was der Dyson Omni-Glide darstellen soll: Ein klassisches Grab-n-Go-Gerät. Fällt etwas auf den Boden oder entdeckt man eine verschmutzte Ecke, schnappt man sich kurz den Omni-Glide, saugt und stellt ihn wieder weg. Ein noch besseres Grab-n-Go-Gerät wäre es allerdings, wenn es von alleine stehen könnte.

Solange man einen Weg findet, den Akkusauger durchweg mit Akkuleistung vorzufinden, kann man den Dyson durchaus gut einsetzen, nur eben nicht als das Powerhouse, das seine größeren Brüder der V11- oder V15 -Reihe darstellen.

Dyson Omni-Glide Akkusauger Vergleich Dyson V15 Detect Complete Bodenduesen

Zwei der aktuell spannendsten Bodendüsen

Dyson Omni-Glide Akkusauger Akku austauschbar

Der austauschbare Akku

Auch mit der Saugkraft von 50 AW (Vergleich Dyson V11 Outsize: 220 AW) ist kein Blumentopf zu gewinnen. Durch die Bodenwalzentechnologie ist es aber dennoch möglich, auf Hartböden zufriedenstellende Reinigungsergebnisse zu erzielen. Es sollte sich nur nicht um größere Anhäufungen Schmutz und Dreck handeln.

Die Softwalzen sind herausnehmbar, wenn man diese hin und wieder reinigen möchte. Diese lassen sich simpel unterm Waschbecken ausspülen. Danach ca. 24 h trocknen lassen und wieder verwenden.

LED-Fugendüse für dunkle Bereiche

Es dauerte nicht lange, da übernahm mit Dreame und dem T30 der erste Hersteller die LED-Fugendüse, die sich Dyson erstmalig beim Omni-Glide ausgedacht hatte. Das Prinzip hinter dem Aufsatz ist leicht erklärt: Man kommt damit nicht nur besser in enge Bereiche, sondern sieht auch besser, wo sich in dunklen Ecken Staub und Dreck versteckt.

Dyson Omni-Glide Akkusauger LED-Fugenduese dunkle Bereiche

Dunkle, schwer zugängliche Bereiche erkunden

Dyson Omni-Glide Akkusauger LED-Fugenduese Optik

Auch optisch ansprechend gestaltet

Dyson Omni-Glide Akkusauger LED-Fugenduese enge Bereiche

Gut für enge Bereiche

Dyson Omni-Glide Akkusauger LED-Fugenduese

Leuchtet nur im Saugvorgang

Braucht man Licht in dunklen Ecken? Selbstredend kann man auch „blind“ unter Möbelstücken oder in dunklen Bereichen saugen und hoffen, dass man alles erwischt. Persönlich gehe ich gerne auf Nummer sicher, hier gibt es aber kein Richtig oder Falsch.

Fazit: Ist der Dyson Omni-Glide+ mehr als nur eine teure Spielerei?

Der Dyson Omni-Glide ist nicht der Power-Sauger, den man zum Groß-/Frühjahrsputz hervorholt, sondern eine spannende, wirklich Spaß bereitende Erweiterung für den Haushalt. Um ohne große Vorbereitungen schnell mal durchzusaugen und dabei gut und ohne viel Anstrengung auch in die Ecken zu kommen, ist der Omni-Glide gut geeignet. Durch seine vielen Innovationen und neuartige Handhabung kann man den Omni-Glide als Staubsaugertester nur interessant finden.

Als Ergänzung zu einem leistungsfähigeren Akkusauger oder zum Saugroboter ist der Dyson Omni-Glide durchaus vorstellbar, die geringe Akkulaufzeit, niedrige Saugkraft und Mini-Staubkammer sprechen aber stark gegen die Erwartung, hier einen vollständig ausgereiften Akkusauger für alle Lebenslagen zu kaufen. Und „nur für zwischendurch“ ist er dann schlicht zu teuer.

Dennoch: Mit Sicherheit werden wir die Duo-Softwalze, die LED-Fugendüse und auch die Karbonfaserbürsten in naher Zukunft bei vielen anderen Herstellern sehen. Eventuell abgeändert, eventuell schlecht kopiert, aber diese Features wird die Konkurrenz ins Auge gefasst haben.

Und bevor wir dies unterschlagen: Der Omni-Glide macht beim Ausschalten das klassische Dyson-Geräusch, als würde man einen Hochleistungsmotor ausschalten. Wer einen Dyson sein Eigen nennt, weiß, was damit gemeint ist. 😉

Pro

  • Duo-Bodenwalze
  • seitlich und rückwärts saugen möglich
  • geringes Gewicht
  • Handhabung 
  • Design und Verarbeitung
  • LED-Fugendüse im Lieferumfang

Kontra

  • hoher UVP
  • geringe Akkulaufzeit
  • sehr kleine Staubkammer
  • niedrige Saugkraft 
  • nicht für großgewachsene Menschen geeignet
Autorenbild Tim Testsieger TV

Wer hier schreibt

Hi zusammen! Ich bin Tim und teste seit nunmehr fünf Jahren Saugroboter, Akkusauger und zig weitere smarte Haushaltsgeräte. Mein Ziel: Euch zu zeigen, wie man mehr Freude und weniger Arbeit im Haushalt haben kann. Zu diesem Zweck gründete ich 2017 die Facebook-Gruppe “Saugroboter-Community“, in der ich euch gerne willkommen heiße.

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1 Kommentar

  1. S. Sch.

    Mit zwei Katzen und dadurch reichlich Wollmäusen kommt der Dyson überhaupt nicht zurecht. Teilwese werden die Sachen eher vom Sauger weggepustet. Selbst wenn man drüber rollt, wird es nicht immer eingesaugt, fährt man an Wollmäusen und Haaren vorbei, fliegen sie durch die Gegend, seitlich saugt das Gerät null. Da ist mein 75 Euro Silvercrest (…) Stielsauger die bessere Wahl. Ich habe ihn nur behalten, weil hier alles verwinkelt und zugestellt ist, da ist es mit dem leichten, wendigen Dyson niederschwelliger. Aber ansonsten eine absolute Enttäuschung, die bei dem Preis auch noch richtig weh tut.

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